Dienstag, 29. November 2011

Neuer Online - Shop öffnet am 1. Dezember seine Pforten!!



Ab 1.Dezember bis zum 20.Dezember portofrei bestellen.

DER NEUE, TOLLE, STYLISHE ONLINESHOP VON BUTTER & CREAM!

Er ist NEU, er ist handlich - Goodies, Shirts, Signierkarten - einfach alles, was es bis jetzt hier NICHT gab! Mit einem tollen Warenkorb, verschiedenen Sprachmenus, Kartenzahlung etc..... freut euch darauf!

Mittwoch, 23. November 2011

ARTE - Wie entsteht ein Manga?

Zusammen mit Kai-Steffen Schwarz und Anne Delseit von Carlsen Comics steht unsere Autorin Fahr Sindram auf dem ARTE-Podium Rede und Antwort zum Thema "Wie entsteht ein Manga?"

ARTE - Wie entsteht ein Manga from Fahr Sindram on Vimeo.

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Freitag, 11. November 2011

Garlics Liebe - Neues Geschenkbuch in Vorbereitung,


Ein Geschenkbuch der Extraklasse.

Garlics Liebe handelt von der großen Zuneigung eines Vampirs zu einer Knoblauchzehe. Unmöglich?

Einen Versuch ist es wert, denn wenn es sich um ein Buch von Fahr Sindram handelt, werden Zombies mit dem Mädchen ihrer Träume und Vampire mit Knoblauch glücklich, genau wie es sich eigentlich gehört.



Samstag, 5. November 2011

Ohne Worte-FBM 2011












Donnerstag, 3. November 2011



Zeichnen mal außen vor - Wie entsteht ein Manga?

Bei Arte (FBM 2011) beschäftigte man sich mit der Frage, wie eigentlich ein Manga entsteht. Hierzu bediente man sich mal wieder der beliebten Expertenrunde, die ja selbst dann nochunterhaltsam sein kann, wenn keiner der Experten irgendwelche Antworten findet. In diesem Fall haben aber alle Beteiligten gute Beiträge geleistet, und so war es durchaus ein interessantes Gespräch. Besonders dadurch, dass es einmal nicht primär um die Entstehung und Konzipierung von Charakteren und Plot ging, sondern auf die „wirtschaftliche“ Entstehung eingegangen wurde.

Die Runde wurde von Stefan Pannor von Spiegel Online moderiert, die Gäste waren Anne Delseit (Autorin, Lilientod), Fahr Sindram (Autorin und Zeichnerin, Cave Canem) sowie Kai-Steffen Schwarz (Programmleiter Manga bei Carlsen). Los ging es erstmal mit der Unterscheidung zwischen deutschen und japanischen Mangas. Herr Schwarz gab zu, nicht unbedingt am Zeichenstil einen deutschen und japanischen Manga unterscheiden zu können. Allerdings konnte er uns darüber aufklären, was typisch für japanische Mangas ist: Es gibt sie im Regelfall schon als Serie, und sie stammen aus einem gewissen Umfeld (also einem bestimmten Verlag oder so). Ein typisches Merkmal von deutschen Mangas ist, dass sie meist kürzer angelegte Projekte statt langatmige Serien sind. Das liegt daran, dass deutsche Mangaka in der Regel keine Assistenten haben. In Japan ist es so, dass erfolgreiche Mangazeichner viele Assistenten haben, ohne die es sonst gar nicht möglich wäre, die krassen Deadlines einzuhalten. In Deutschland ist das nicht der Fall, der Zeichner arbeitet allein, und um lange Wartezeiten zwischen den einzelnen Bänden zu vermeiden, denn die Mangas sollen sich ja schließlich verkaufen, wird eben in der Regel auf länger angelegte Projekte verzichtet.

Dann ging die Diskussion zur Bezeichnung Graphic Novel, und in wie weit man auch Mangas so bezeichnen könnte. Fahr Sindram erwähnt, dass diese Bezeichnung doch eigentlich nur den Comic gesellschaftstauglich machen soll, und er sich ihrer Meinung nach nicht für Mangas eignet. Sie selbst zeichnet übrigens in einem besonders „niedlichen“ Stil, weil ihr Thema das der Kinderprostitution ist und sie nicht möchte, dass ihre Leser von einem derart schweren Stoff erschlagen werden. Außerdem hat sie festgestellt, dass es ihr nicht so viel Spaß macht, wenn sie z.B. hauptsächlich Mangas von und mit Jungen zeichnet und die dann nicht so sehr verniedlicht sind. Ob es vielleicht dieser hauptsächlich niedliche Zeichenstil ist, der in Deutschland vor allem Mädchen und Frauen für Manga begeistert, oder ob es der „so einfache“ Stil ist, dass ihn sogar Frauen hinbekommen, diese Frage konnte leider nicht abschließend beantwortet werden, sorgte aber immerhin für Amusement.

Anne Delseit wurde daraufhin gefragt, wie sie denn im Schreibprozess vorgeht und wie sie entscheidet, was für eine Erscheinungsform dieser Text einmal haben soll. Die Antwort war so sinnvoll wie interessant: Zuerst erstellt sie ein Konzept, daraufhin entwickelt sie Charaktere und so weiter und so fort, und überlegt sich dann die passende Zielgruppe für diesen Text, und anhand der Zielgruppe weiß sie dann auch, welches Medium sich jetzt mehr oder weniger dazu eignet, diese Story sinnvoll an die Massen zu bringen: Buch, Comic, Manga oder noch was anderes.

Bei der Gelegenheit wurde auch auf den Kernunterschied eingegangen, der Mangas von Comics unterscheidet: Mangas sind meist schwarzweiß, sie sind außerdem langatmiger, eine einzige Szene kann sich gut und gern über 20 Seiten hinziehen, das Seitenlayout unterscheidet sich natürlich (auch abgesehen von der Leserichtung), und der Leser wird mit in die Geschichte einbezogen, da die Charaktere einem oftmals direkt ins Gesicht zu schauen scheinen - wobei Stefan Pannor einwarf, dass das auch bei Superheldencomics zu beobachten ist. Außerdem wird mehr auf das Innenleben der Charaktere eingegangen und dafür weniger realitätsgetreu gezeichnet. In Verbindung damit wird Redundantes häufiger weg gelassen. Beispielsweise kann in einem Panel eine Waldansicht zu sehen sein, und schon weiß der Leser, dass sich die Szenerie nicht ändert, auch wenn auf den folgenden Seiten nur noch Leute und vielleicht hin und wieder ein Grashalm zu sehen sind.

Schließlich kamen die Experten auf die Rolle des Verlags zu sprechen. Dessen Aufgabe ist, darauf zu achten, dass die Konzeption des Mangas stimmt, einzuschätzen wie lang die Geschichte wird, wenn nötig in den Herstellungsprozess einzugreifen und dem Autor Hilfestellung zu leisten. Zusätzlich, so Herr Schwarz, hat der Verlag eine Verantwortung dem Markt gegenüber. Was das nun genau heißen soll, habe ich nicht verstanden. Klang fast so, als beinhalte diese Verantwortung, dem Markt nur brauchbares Material zu liefern und die Leser mit gutem Lesestoff zu versorgen. Das klingt irgendwie ein bisschen selbstbeweihräuchernd, aber möglicherweise dachte er auch weiter, in die Richtung, dass er durch die Sicherstellung der Verkaufbarkeit der Mangas auch seinen Angestellten und Autoren gegenüber verantwortungsvoll handelt, damit er eine vernünftige Bezahlung sicherstellen kann. Nun könnte man natürlich argumentieren, dass Künstler nicht in der Ausübung ihrer Kunst durch den schnöden Mammon eingeengt werden sollten, aber überraschenderweise zeigten sowohl Frau Sindram als auch Frau Delseit Verständnis für diese Sichtweise: Fahr Sindram stellte klar, dass man gerne Fanmangas zeichnen und online stellen kann, um sich künstlerisch ausleben und entfalten zu können, aber sobald man Geld für etwas haben möchte, muss man sich an die Regeln halten. Man steht quasi bei einem Verlag in Lohn und Brot, argumentierte sie, und der Redakteur entspricht dem Arbeitgeber. Als schönes Beispiel führte sie an, dass man sich bei Aldi ja auch nicht in dem Sinne frei entfalten kann, indem man die Pfirsichdosen neben der Milch ins Regal stellt oder freischaffend mit Preisschildern experimentiert. Auch Frau Delseit nahm Bezug auf die unternehmerische Seite der Buchproduktion: Sie stellt fest, dass man nicht davon ausgehen kann, vom Bücherschreiben leben zu können. Man darf sich nicht auf einem fertig gestellten Werk ausruhen, sondern muss in der Regel immer mehrere Projekte parallel laufen lassen, und vor allem einen guten Geschäftssinn entwickeln. Sie gibt Jobeinsteigern in diesem Bereich außerdem den Tipp, sich nicht auf die Meinungen der wenigen Leuten aus dem eigenen sozialen Netzwerk zu verlassen und sich nicht von regelmäßigen wohlwollenden Kommentaren auf Fanseiten abhängig zu machen, denn davon gibt es erfahrungsgemäß wenig, wenn man sich zurückzieht um einen ganzen Manga zu zeichnen oder schreiben.

Fahr Sindram kommt mit ihrem Geld übrigens wunderbar aus – seit sie keine Miete mehr zahlt und kein Auto unterhält. Und auch sie lebt nicht vom Manga allein. Da die Szene allerdings weiter in der Entwicklung ist, kann sich das natürlich auch noch mal ändern. Für die Mangaschaffenden ist das sicherlich zu hoffen.



Bericht vom: 16.10.2011 - 10:19
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts:
Skrollan +
Kannengießer
http://www.splashcomics.de/php/messen/berichte/1013